Neuropsychologischer Ratgeber

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Ein Handbuch für Angehörige & Patienten

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige,

mit unserem kostenlosen Online-Ratgeber möchten wir Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen und ihren Angehörigen wichtige Informationen über ihre Erkrankung vermitteln.

Dabei möchten wir Ihnen helfen, von Behandlern verwendete Fachbegriffe (wie zum Beispiel „Läsion“ oder „Dysexekutive Störung„) besser zu verstehen. Es ist uns ein Anliegen, Sie dabei zu unterstützen, über Ursachen, Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten nach verschiedenen Formen von Hirnschädigungen gut informiert zu sein. Auf diese Weise möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass Sie die möglicherweise eintretenden Veränderungen nach Ihrer Erkrankung besser einordnen können und schneller Wege und Möglichkeiten finden, damit umzugehen.

Der Online-Ratgeber wird vom Team des Neuropsychologischen Therapie Centrums . an der Ruhr-Universität Bochum (Leitung: Prof. Dr. Boris Suchan und Prof. Dr. Patrizia Thoma), gemeinsam mit Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern, kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt.

Auf unseren Seiten www.dein-gehirn.com erklären wir verschiedene Themen noch mal kindgerecht. Vielleicht möchten Sie da auch noch mal vorbei schauen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so können Sie zum einen mit den behandelnden Ärzten, dem Pflegepersonal und weiteren Spezialisten in den Einrichtungen, in denen Sie behandelt werden, sprechen. Darüber hinaus freuen wir uns, wenn Sie sich direkt an das Team des Neuropsychologischen Therapie Centrums an der Ruhr-Universität Bochum wenden.

Neuropsychologie - Was ist das eigentlich?

Bei der Neuropsychologie handelt es sich um ein interdisziplinäres Fachgebiet. Das bedeutet, dass Fachkenntnisse aus der Medizin, Neurologie und Psychologie zu diesem Fachgebiet ihren Beitrag leisten. Die klinische Neuropsychologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Behandlung von Störungen, welche nach einer Hirnschädigung entstehen. Dies können z.B. Störungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, des Sehens oder auch der Sprache sein. Somit betrachtet die Neuropsychologie die Beziehung zwischen einer Hirnschädigung und den daraus folgenden Verhaltensauffälligkeiten.

Eine neuropsychologische Behandlung kann sowohl stationär in Kliniken, als auch ambulant (in an Krankenhäuser angegliederten Ambulanzen oder Praxen) stattfinden. Stationär arbeiten Neuropsychologen meist eng mit Neurologen, Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten zusammen. Am Anfang einer jeden neuropsychologischen Behandlung steht die Diagnostik. Diese besteht aus Beobachtungen und verschiedenen Testverfahren, welche die Leistungen des Betroffenen nach der Hirnschädigung prüfen soll. Mit Testverfahren sind hier Aufgaben am Computer oder auch Aufgaben, die mit Bleistift und Papier bearbeitet werden können, gemeint. Die Diagnostik dient dazu, die Leistungen des Betroffenen realistisch einzuschätzen und eine möglichst zielgerichtete Behandlung anzuschließen, wenn der Bedarf besteht. Eine zielgerichtete Therapie ist wichtig, da der Betroffene so gezielt die gestörte Funktion trainiert und möglichst nicht über-oder unterfordert wird. Es kann dort eine Überprüfung verschiedenster Leistungen geben: Gedächtnis (Kurzzeit- und Langzeit), Aufmerksamkeit, Planungsfähigkeiten, Gesichtsfeld und vieles mehr. Ist die Diagnostik abgeschlossen, folgt – wenn es im gegebenen Rahmen möglich ist – eine neuropsychologische Therapie. Ist diese im stationären Bereich zu kurz, kann es häufig sinnvoll sein, eine ambulante neuropsychologische Behandlung nach dem Krankenhausaufenthalt weiterzuführen. Denn die Wiedereingliederung in den Beruf und auch das Zurückkehren in das familiäre Umfeld stellen häufig einige Herausforderungen an den Betroffenen. In einer ambulanten Therapie kann dieser darüber berichten und von qualifizierten Neuropsychologen Hilfestellungen erhalten.

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